Mittwoch, 9. September 2026

Ich wollte schon vor der Apple-Keynote ein neues iPhone. Jetzt bin ich enttäuscht – und will zusätzlich eine Sony-Kamera.

Ausgerechnet die neue Kamera des iPhone 18 Pro enttäuscht mich. Aber anders, als du denkst.

Meine Geräte-Sammlung bis es 2007 hieß "one more thing"


Wer sich vom neuen Apple-Chef John Ternus mehr überraschende Produkte in höherer Schlagzahl versprochen hat, dürfte nach der Keynote vom 9.9.2026 erst einmal ernüchtert sein. Natürlich entsteht ein Produktprogramm nicht in seiner ersten Woche als CEO. Einen Aufbruch hatte ich mir trotzdem gewünscht. Apple zum Führungswechsel

Meine Wunschliste bleibt offen: eine alltagstaugliche AR-Brille, die versteht, was ich sehe, und mir Wünsche möglichst von den Augen abliest. Oder neue AirPods Pro mit zusätzlichen biometrischen Funktionen und Mini-Kameras. Das wären die Überraschungen gewesen, auf die ich gehofft hatte.

Mit Leica vor Louve - as artsy as hell
Stattdessen: konsequente Weiterentwicklung und Apples Einstieg in eine Produktkategorie, die die Android-Konkurrenz seit Jahren verkauft. Samsung brachte sein erstes Galaxy Fold 2019 auf den Markt. Ein faltbares iPhone kann hervorragend umgesetzt sein. Die Idee wird durch ein Apple-Logo aber nicht plötzlich neu. Samsung zum damaligen Marktstart

Doch mich beschäftigt als Fotograf vor allem eine andere Ankündigung: Apple Reference Image. Gute Technik, offene Fragen – und für Europa eine ziemlich bittere Fußnote.



Wenigstens ist die Kaufentscheidung gefallen

Mein iPhone 13 Pro kommt in die Jahre. Apple hat mir die Wahl seines Nachfolgers immerhin leicht gemacht.

Sonntag, 23. August 2026

Ungarn - seit tausend Jahren gemeinsam in Europa. Und jetzt wieder richtig.

Es ist natürlich nicht Wien. Sondern Paris. Das des Ostens.


Vor einem Jahr diskutierte ich in Budapest darüber, ob Viktor Orbán überhaupt noch abgewählt werden kann. Heute regiert Péter Magyar. Drei kurze Reels vom ungarischen Nationalfeiertag haben bei mir Freude, Erleichterung, alte Wut und Erinnerungen an die Geschichte meiner eigenen Familie ausgelöst.

Das hier wird wahrscheinlich einer der persönlichsten Texte, die ich bisher auf diesem Blog geschrieben habe.

Es geht um Heimat und Europa. Um Hoffnung und Erleichterung. Um zwei ermordete Großväter. Um einen alten Rabbiner, dem ich begegnen durfte, bevor er wenige Monate später starb. Um einen Ort in Budapest, an dem mir die Geschichte meiner eigenen Familie so nahekam, dass ich den Besuch kaum ausgehalten habe. Und um meine Wut darüber, dass ausgerechnet ein ungarischer Ministerpräsident jahrelang die Nähe zu Wladimir Putin gesucht hat.

Angefangen hat all das mit knapp zweieinhalb Minuten Instagram.

Ich schaue drei Reels aus Budapest.


Hier das erste:



Soldaten marschieren auf. Offiziere werden vereidigt. Gripen-Düsenjets fliegen über die Stadt. Überall ungarische Fahnen.

Westwall. Ostschild. HORNFELS.





Westwall, Ostschild und eine Steckdose namens HORNFELS

Wie sich bei IKEA eine gelbe Mehrfachsteckdose zwischen ein Foto aus der Eifel und die europäische Sicherheitspolitik schob.

Bei IKEA stand ich vor einer gelben Mehrfachsteckdose und fragte mich, ob die schwedische Möbelindustrie inzwischen auch Panzersperren für den Hausgebrauch herstellt. Das Ding hatte drei kräftige Ausleger, lag breit und entschlossen auf seiner Unterlage und sah aus, als könnte man damit zumindest die Zufahrt zum heimischen Bücherregal sichern. Vier Steckdosen waren auch noch eingebaut, was bei militärischen Befestigungsanlagen vermutlich eher zur Sonderausstattung gehört.

Dann las ich den Namen: HORNFELS. Bei BILLY denke ich an Bücher, bei PAX an Kleiderschränke, und bei HORNFELS hörte ich augenblicklich einen besorgten Offizier melden, dass dies der letzte noch gehaltene Verteidigungsabschnitt sei. Ich fotografierte das gute Stück. Wer mit solchen Assoziationen durch ein Möbelhaus läuft, braucht entweder jemanden, der ihn zügig Richtung Kasse begleitet, oder ein Blog. Bei mir ist es bekanntlich Letzteres.

Dienstag, 18. August 2026

Meer Föderalismus wagen: Bundesregierung plant Küste für jedes Bundesland




Zwei neue Meeresarme sollen den Inlandsurlaub klimafreundlicher machen – und Deutschland um eine dringend benötigte Salzwasserkompetenz ergänzen.

Berlin – Die Bundesregierung plant offenbar die größte Neuordnung Deutschlands seit 1949. Unter dem Titel „Meer Föderalismus wagen“ sollen Nord- und Ostsee so weit ins Landesinnere geführt werden, dass künftig jedes der 16 Bundesländer über einen eigenen Strand verfügt.

Begründet wird das Vorhaben mit dem Trend zum Inlandsurlaub. 2024 wurden laut Tagesschau 277 Millionen Reisen gezählt, davon 163 Millionen innerhalb Deutschlands. Weil 58 Prozent weiterhin mit dem Auto stattfanden, will der Bund nicht mehr die Menschen zum Meer, sondern das Meer zu den Menschen bringen. Das spare CO₂, entlaste Autobahnen und garantiere jedem Land seinen „Platz an der Sonne“.

Sonntag, 16. August 2026

Futur K III: Köln bekommt eine eigene Zeitform für Projekte, die irgendwann fertig gewesen sein werden

Panoramablick über die Kölner Innenstadt bei Sonnenuntergang mit Kölner Dom und Oper. Darüber steht: „Futur K III – Die neue Kölner Zeitform“. KI-Hinweis: Dieses Bild wurde mit generativer KI erstellt. Als visuelle Referenz diente eigenes Köln-Fotomaterial von Attila Radnai.

Köln – Sprachwissenschaftler der Universität zu Köln haben eine neue deutsche Zeitform vorgestellt. Das sogenannte Futur K III soll immer dann verwendet werden, wenn über Ereignisse gesprochen wird, die in einer unbestimmten Zukunft bereits irgendwann einmal hätten abgeschlossen worden sein können.

Hauptanwendungsgebiet ist zunächst die Kölner Nord-Süd-Stadtbahn.

„Mit den bisherigen grammatikalischen Mitteln sind wir schlicht an Grenzen gestoßen“, erklärt die Linguistin Prof. Dr. Barbara Schock-Wörter vom Institut für angewandte Zukunftsforschung. „Sätze wie ‚Die Nord-Süd-Bahn wird fertig sein‘ suggerieren eine Gewissheit, die wissenschaftlich nicht mehr vertretbar ist.“

Auch das klassische Futur II habe sich als unzureichend erwiesen. Die Formulierung

„Die Bahn wird fertiggestellt worden sein.“

setze schließlich voraus, dass es irgendwann einen Zeitpunkt gebe, von dem aus man auf die Fertigstellung zurückblicken könne.

„Diese Annahme war uns methodisch zu gewagt“, so Schock-Wörter.

Das neue Futur K III funktioniert deshalb anders.

Ein typischer Satz lautet:

„Die Nord-Süd-Bahn wird möglicherweise fertiggestellt gewesen sein werden.“

Für besonders komplexe Kölner Infrastrukturprojekte steht zusätzlich eine erweiterte Form zur Verfügung:

„Die Nord-Süd-Bahn hätte fertiggestellt gewesen sein werden können, sofern zwischenzeitlich keine weiteren archäologischen Funde, Grundwasserprobleme, Planänderungen oder Kalenderjahre auftreten.“

Gleise der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn hinter einem Absperrgitter an der Haltestelle Schönhauser Straße mit Tunneleinfahrt im Hintergrund.