Dienstag, 15. September 2026

Zwischen Kehrwoche und Ketzerei: Wie Luksan Wunder aus einem Schwarzwälder Archiv die deutsche Sprache stürzte

Das Good Luk-sing Wunder Ensemble


Beim Versuch, den eigenen
Text richtig flash auszusprechen?
Es ist das Jahr 2015. Nebelschwaden hängen über den dichten Wäldern des Schwarzwalds. Nahe der Universitätsstadt Freiburg im Breisgau – der inoffiziellen Welthauptstadt des linksgrün-versifften Dinkel-Bürgertums – liegt ein abgeschiedenes, jahrhundertealtes Kloster. In dessen staubigem Archiv arbeiten zwei studentische Hilfskräfte: Sandro De Lorenzo Gardinal und Charlotte Hübsch.

Eigentlich haben die beiden den drögen Auftrag, alte, ledergebundene theologische Schriften zu digitalisieren. Aber es ist anstrengend. Sandro, der sich in Freiburg sonst in der lokalen Musik-, Rap- und Freigeist-Szene herumtreibt, und Charlotte, die heimlich ihre Stimme für Schauspiel und Sprechkunst trainiert, sind unterzuckert. Das vegane, glutenfreie Lupinen-Vesper von der Dreisam-Wiese ist längst verdaut. Ihre einzige Qualifikation zu diesem Zeitpunkt: Sie können beide extrem ernst schauen, während sie absoluten Quatsch im Kopf haben.




Sonntag, 13. September 2026

Da gehst Du jahrelang vorbei. Und dann steckt ein Bunker drin.


Zum Tag des offenen Denkmals: CRIFA in der Elsaßstraße und Eisenbahngeschichte zum Vormerken.


Bunkerforschung in der Kölner Bodestraße


Man kennt sein Veedel. Weiß, wo es guten Kaffee gibt, welche Ampel grundsätzlich zu lange rot bleibt und wo seit gefühlt drei Stadtverwaltungen dieselbe Baustelle steht. Und dann erfährt man, dass sich hinter einer unscheinbaren Häuserfront ein fünfgeschossiger Hochbunker verbirgt.

Köln schafft es zuverlässig, meine Neugier beschäftigt zu halten.

Heute, am 13. September 2026, ist Tag des offenen Denkmals. Das Motto lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Dazu passen zwei Themen, bei denen ich gerne genauer hinschaue: historische Schutzbauten und die Verbindungen, die unsere Region zusammengebracht haben.

Mittwoch, 9. September 2026

Ich wollte schon vor der Apple-Keynote ein neues iPhone. Jetzt bin ich enttäuscht – und will zusätzlich eine Sony-Kamera.

Ausgerechnet die neue Kamera des iPhone 18 Pro enttäuscht mich. Aber anders, als du denkst.

Meine Geräte-Sammlung bis es 2007 hieß "one more thing"


Wer sich vom neuen Apple-Chef John Ternus mehr überraschende Produkte in höherer Schlagzahl versprochen hat, dürfte nach der Keynote vom 9.9.2026 erst einmal ernüchtert sein. Natürlich entsteht ein Produktprogramm nicht in seiner ersten Woche als CEO. Einen Aufbruch hatte ich mir trotzdem gewünscht. Apple zum Führungswechsel

Meine Wunschliste bleibt offen: eine alltagstaugliche AR-Brille, die versteht, was ich sehe, und mir Wünsche möglichst von den Augen abliest. Oder neue AirPods Pro mit zusätzlichen biometrischen Funktionen und Mini-Kameras. Das wären die Überraschungen gewesen, auf die ich gehofft hatte.

Mit Leica vor Louve - as artsy as hell
Stattdessen: konsequente Weiterentwicklung und Apples Einstieg in eine Produktkategorie, die die Android-Konkurrenz seit Jahren verkauft. Samsung brachte sein erstes Galaxy Fold 2019 auf den Markt. Ein faltbares iPhone kann hervorragend umgesetzt sein. Die Idee wird durch ein Apple-Logo aber nicht plötzlich neu. Samsung zum damaligen Marktstart

Doch mich beschäftigt als Fotograf vor allem eine andere Ankündigung: Apple Reference Image. Gute Technik, offene Fragen – und für Europa eine ziemlich bittere Fußnote.



Wenigstens ist die Kaufentscheidung gefallen

Mein iPhone 13 Pro kommt in die Jahre. Apple hat mir die Wahl seines Nachfolgers immerhin leicht gemacht.

Sonntag, 23. August 2026

Ungarn - seit tausend Jahren gemeinsam in Europa. Und jetzt wieder richtig.

Es ist natürlich nicht Wien. Sondern Paris. Das des Ostens.


Vor einem Jahr diskutierte ich in Budapest darüber, ob Viktor Orbán überhaupt noch abgewählt werden kann. Heute regiert Péter Magyar. Drei kurze Reels vom ungarischen Nationalfeiertag haben bei mir Freude, Erleichterung, alte Wut und Erinnerungen an die Geschichte meiner eigenen Familie ausgelöst.

Das hier wird wahrscheinlich einer der persönlichsten Texte, die ich bisher auf diesem Blog geschrieben habe.

Es geht um Heimat und Europa. Um Hoffnung und Erleichterung. Um zwei ermordete Großväter. Um einen alten Rabbiner, dem ich begegnen durfte, bevor er wenige Monate später starb. Um einen Ort in Budapest, an dem mir die Geschichte meiner eigenen Familie so nahekam, dass ich den Besuch kaum ausgehalten habe. Und um meine Wut darüber, dass ausgerechnet ein ungarischer Ministerpräsident jahrelang die Nähe zu Wladimir Putin gesucht hat.

Angefangen hat all das mit knapp zweieinhalb Minuten Instagram.

Ich schaue drei Reels aus Budapest.


Hier das erste:



Soldaten marschieren auf. Offiziere werden vereidigt. Gripen-Düsenjets fliegen über die Stadt. Überall ungarische Fahnen.

Westwall. Ostschild. HORNFELS.





Westwall, Ostschild und eine Steckdose namens HORNFELS

Wie sich bei IKEA eine gelbe Mehrfachsteckdose zwischen ein Foto aus der Eifel und die europäische Sicherheitspolitik schob.

Bei IKEA stand ich vor einer gelben Mehrfachsteckdose und fragte mich, ob die schwedische Möbelindustrie inzwischen auch Panzersperren für den Hausgebrauch herstellt. Das Ding hatte drei kräftige Ausleger, lag breit und entschlossen auf seiner Unterlage und sah aus, als könnte man damit zumindest die Zufahrt zum heimischen Bücherregal sichern. Vier Steckdosen waren auch noch eingebaut, was bei militärischen Befestigungsanlagen vermutlich eher zur Sonderausstattung gehört.

Dann las ich den Namen: HORNFELS. Bei BILLY denke ich an Bücher, bei PAX an Kleiderschränke, und bei HORNFELS hörte ich augenblicklich einen besorgten Offizier melden, dass dies der letzte noch gehaltene Verteidigungsabschnitt sei. Ich fotografierte das gute Stück. Wer mit solchen Assoziationen durch ein Möbelhaus läuft, braucht entweder jemanden, der ihn zügig Richtung Kasse begleitet, oder ein Blog. Bei mir ist es bekanntlich Letzteres.