Freitag, 24. September 2021

Zerstört die CDU den Kölner Dom?

Ich bin Attila Radnai. Unternehmer, Content Creator, Fotograf und Drohnenpilot aus Köln. In diesem Blogpost ich Euch davon vorschwärmen, warum ich Köln liebe.




Ich werde Euch aber auch erzählen, wen ich im Verdacht habe, Köln nicht zu lieben.

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Video zum Blogpost:


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Rezo, der YouTuber mit den blauen Haaren hat es in seinen sehr coolen Videos schon vorweggenommen: Es ist mal wieder die CDU. Genau, das sind die, die am Anfang der Corona-Pandemie die Masken so teuer gemacht haben, weil die Händler die „Beratungsleistungen“ der Abgeordneten einpreisen mussten.

Aber warum meine ich das?

Ich wollte mir diese Woche auf Facebook in einer meiner Lieblingsgruppen neue Inspirationen holen: Fotos aus Köln – die schönsten Bilder. Mit fast 28.000 ein wirklich wundervolles Forum. Neben Fotografen Kollegen wie Michael Colombara oder David Grigo posten da auch hunderte von Menschen ihre bildhaften Liebeserklärungen für die schönste Stadt der Welt.

Lange dachte ich, meine Geburtsstadt Budapest sei die schönste Stadt der Welt. Aber nach 21 Jahren in Köln habe ich meinen Fehler eingesehen. Dabei ist nicht die ganze Stadt schön. Das haben wir dem hässlichen Krieg zu verdanken, der von Deutschland ausging und verdient zu uns zurück kam. Das weiß ich sehr, sehr gut, da ich zusammen mit dem Kölner Festungsforschungsinstitut CRIFA und unter der Schirmherrschaft unserer Oberbürgermeisterin mehrere wundervolle Dokumentationsprojekte mit meiner Drohne begleiten durfte.

Das war nicht so einfach wie man sich denkt. Man darf in Deutschland und speziell in Köln nicht einfach mit seiner fliegenden Kamera einfach herumfliegen. Es gibt neben der generellen Gesetzgebung aus EU- und Bundesrecht noch viele lokale Regeln. So darf man z.B. ohne Ausnahmegenehmigung und Freigabe der Flugsicherung nur bis zu einer bestimmten Höhe aufsteigen. Früher waren es 100m, heute sind es 120m. Das wird immer dann spannend, wenn einer auf „Augenhöhe“ mit den Türmen des Kölner Doms unterwegs ist, die uns bekanntlich 157m näher an den Himmel bringen.

Gerade auf dem Kölner Stadtgebiet aufsteigen darf man nur mit besonderen Auflagen aufsteigen und braucht gerade für kommerzielle Projekte eine Freigabe des Ordnungsamts, die dann noch nachgeordnete Behörden wie die Polizei oder die Deutsche Flugsicherung einbeziehen. Die lassen sich das Projekt vorstellen, überprüfen die Risikoanalyse des Piloten und machen ggf. noch einige Aufnahmen.

Als wir z.B. die verbliebenen 23 Hochbunker in Köln dokumentierten, waren wir an vielen Standorten unterwegs und haben für jede so eine Genehmigung eingeholt. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die nette Frau Hil…. vom Ordnungsamt und unseren Stadtkonservator Herrn Dr. Werner.

Die Website dieses tollen Projekts findest Du hier: http://hochbunker.koeln .

 

Wir durften bzw. konnten aber nicht alle Bunker befliegen. Vor allem einer war außerhalb unserer Reichweite oder Budgets: Der sogenannte Dombunker. Ihr kennt den nicht? Doch, wer in Köln war, stand auf jeden Fall schonmal davor. Heute ist er nämlich unter dem Namen „Römisch-Germanisches Museum bekannt“. Er sollte die Kulturschätze des Doms sowie das wundervolle Dionysos-Mosaik schützen. Wenn Ihr heute einen Blick durch die Fenster werft, werden Euch die ungewöhnlich dicken Decken auffallen. Die zeigen, dass es ein Bunker war.

Aber warum darf ich da nicht mit der Drohne fliegen?

Weil er quasi auf dem heiligsten Boden Kölns steht: Im UNESCO-Welterbe Ensemble des Kölner Doms. Da haben wir nur nicht das am häufigsten besuchte Gebäude Deutschlands, die ehemals höchste Kirche der Welt. Er ist mit seinen 600 Jahren Bauzeit auch ein Grund dafür, warum wir Kölner mit soviel Verständnis auf Berlin, Hamburg oder Stuttgart mit ihren Flughäfen, Philharmonien und Bahnhöfen schauen. Der Kölner ist bekanntlich sehr tolerant.

Irgendwo hört aber auch für uns der Spaß auf. Und das ist bei Dom. Jedes Jahr stürzen dort ein Dutzend illegaler geflogener Drohnen auf dieses Juwel gotischer Architektur. Ihre Piloten unterschätzen ihre Flugfähigkeiten und die Aufwinde an diesem Bauwerk. Wer in Köln verantwortlich Drohne fliegt: Der Luftraum ist heilig. Da dürfen nur sehr wenige geweihte Piloten hin, die wissen was sie tun und dazu auch Profi-Gerät einsetzen. Denn was steht noch auf dem Spiel? Bei einem Absturz die Gesundheit von Kölnerinnen und Kölnern und den 6 Millionen jährlichen Besuchern des Kölner Dom. Zum Glück zerschellen ja nicht alle Drohnen automatisch an den filigranen Wasserspeiern oder Strebepfeilern. Einige kommen runter und die illegalen Aufnahmen finden dann ihren Weg auf YouTube und Instagram. Dort inspirieren sie dann andere Idioten zur Nachahmung. 

Deshalb hier nochmal:
Leute, wenn da so ein Ding mit rasiermesserscharfen Rotoren aus über 160m vom Himmel knallt, ist das saugefährlich für Menschen und Land.  Tja. Beim Thema Gefahr für unser Land kommt wieder die CDU ins Spiel.

Ich war also auf Facebook unterwegs auf der Suche nach schönen Bildern. Auf einmal wurde mir eine Anzeige angezeigt, die schöne Bilder Kölns versprach. Die CDU-Bundestagskandidatin Dr. Sandra von Möller warb in einem Video um mein Vertrauen. Zwischen vielen eigenen Aufnahmen, kommerziell zugekauften Videoclips und Platituden, die aus jedem Standard-Imagevideo stammen könnten, stach für mich etwas Besonderes heraus: Flugaufnahmen, die ganz offensichtlich über dem Kölner Dom und der Domplatte gemacht wurden.

Da aktuell immer mehr Unternehmen ihre soziale Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung wahrnehmen (Stichwort CSR, Corporate Social Responsiblity) kommt ein neuer Aspekt in die Debatte: Das Rückverfolgen der Nachhaltigkeit von Lieferketten. Wurde meine Kleidung durch Kinderarbeit ermöglicht? Wurden faire Löhne gezahlt? Oder besser: Wurden überhaupt Löhne gezahlt? Das ist meines Wissens kein Thema in Deutschland oder Amerika, aber in den Herkunftsländern unserer Rohstoffe.  In den Lithium-Minen Afrikas oder Kakaoplantagen Südamerikas gibt heute noch Sklavenarbeit. Sie werden natürlich nicht mehr so genannt, sondern sowas wie „nichtmonetär kompensierte Kooperationspartner“. Zum Glück muss man das nicht immer nur glauben. Tolle Organisationen wie der TÜV Rheinland fahren für die Unternehmen in die Länder und machen dort Audits.

Für ein Audit des CDU-Videos müsste der TÜV zum Glück nicht einmal die Stadtgrenze verlassen.

Was sollte so ein Audit einer verantwortungsvollen Videoproduktion denn prüfen?

Naja. Wenn sich jemand um mein Vertrauen bemüht, ihn zum Gesetzgeber für neue Sicherheitsgesetze zu machen, dann sollte mindestens das überprüft werden:

-         Wann erfolgten die Aufnahmen und von wem wurden sie durchgeführt?

-         Wurde die Aufnahme mit der Der Domverwaltung/Dombauhütte schriftlich vereinbart?

-         Lag eine Anmeldung und Genehmigung des Ordnungsamt von Köln vor? Von wann war der Antrag und was waren die Auflagen?

-         Lag die Anmeldung der Polizei NRW Köln vor?

-         Gab es eine Freigabe der Deutschen Flugsicherung für den Flug von über 50m über Grund in der Kontrollzone?

-         Lag den Piloten die nötigen Ausnahmegenehmigungen der Bezirksregierung Düsseldorf gem. LuftVO vor?

-         War der Pilot ausreichend qualifiziert, um diesen Flug durchzuführen? Idealerweise gemäß der von der in Köln ansässigen EASA - European Union Aviation Safety Agency hinsichtlich der luftfahrtrechtlichen Ausbildung von Drohnenpiloten.

-         Welche Risikosenkungsmaßnahmen gem. einer SORA-GER Analyse wurden durchgeführt? Wurde die Domplatte weiträumig abgesperrt? Gab es einen automatisch ausklappenden Fallschirm, den ein Beschleunigungssensor automatisch bei Verlust des Funksignals und raschem Sinkflug auslösen könnte? Die Möwen rund um den Dom sind immerhin Raubvögel, die keine Konkurrenz mögen.

 

Klar könnte die promovierte Doktor-Juristin sagen, dass sie eine Agentur beauftragt hat, die wiederum das Material aus einer Stock-Video-Agentur einkaufte. Aber dann ist das wie der Käufer von Produkten, die aus Haut, Knochen oder Stoßzähnen gefährdeter Tierarten gemacht wurden. Man kann sich natürlich darauf hinausreden, man habe das Objekt in einer Transaktion gemäß BGB erworben und der Verkäufer gab sein Indianer-Ehrenwort.

 

Von einer Bewerberin um ein Bundestagsmandat erwarte ich aber mehr:

Mehr kritisches Denken.

Mehr Kontrolle.

Mehr Verantwortung.

 

Frau Dr. M. hat selber 3 Kinder. Ich habe zwei wundervolle Kinder. Das sind jeweils eins für einen Finger. Man kann sich doch an einer Hand abzählen, dass Kinder und Erwachsenen auf der Domplatte gefährdet wurden, wenn so eine kiloschwere Drohne aus 160m abstützt. Die Aufprallenergie davon sollen bitte die Profis von Quarks & Co. oder Astrophysiker Harald Lesch ausrechnen. Hier gilt ja nicht 3G, 2G sondern 1G. Die Erdbeschleunigung von 9,81 m/s² könnte ich noch errechnen. Aber beim Strömungsmodell und Luftwiderstand eines aerodynamisch optimierten Objekts passe ich.

 

Aber ich will ja auch nicht Bundestagsabgeordneter auf werden, der auf künftig auf der Gehaltsliste von uns Bürgerinnen von Bürgern steht. Aber die CDU-Frau.

 

Deshalb Frau Dr. Sandra von Möller: Überraschen Sie mich mit Details! Verdienen Sie das Vertrauen der Kölnerinnen und Kölner, die nichtsahnend um den Dom herumspazieren und legen Sie die Liefer- und Genehmigungskette der Aufnahmen in ihrem Wahlvideo offen.

 

Wenn Sie das nicht vor der Wahl tun, richtet sich sonst sicher der Blick vieler Kölner auf Kandidaten, die viel deutlicher für Sicherheit und Nachhaltigkeit stehen:

 

Manfred Giesen, der grüne Bezirksbürgermeister meines Heimatbezirks Köln-Rodenkirchen verkörpert für mich ebenfalls den Typ des authentischen Politikers. Schon lange vor seinem Amt habe ich ihn in meinem Veedel nur mit dem Fahrrad fahren sehen. Das war oft, denn seine Enkelkindund meine Kinder gingen in die gleiche Kita. Er steht aber gar nicht zur Wahl.

 

Dafür Marion Sollbach von der SPD. Sie war lange Beauftragte für Nachhaltigkeit im Kaufhof-Konzern. Sie ist zwar sicher happy, wenn sie hört, dass meine Drohne faktisch ein Elektro-Fahrzeug ist, dessen Akkus mit grünem Ökostrom aus der Photovoltatikanlage auf unserem Dach geladen werden. Aber SIE würde kritisch nachfragen, wie der chinesische Hersteller DJI an das Lithium in den Akkus oder die seltenen Erden in den Chips kam. Und auch die Solaranlage: Wurde das Polysilizium für die PV-Module vielleicht durch Sklavenarbeit der in China unterdrückten Uiguren gewonnen?

 

Ich weiß es nicht. Ich bin sicher auch nicht in allem perfekt. Aber ich bin nur ein einfacher Blogger, der ein paar Fragen stellt. Keine Bundestagsabgeordnete, die Gesetze für 80 Millionen Menschen und alle unsere Besucher machen wird. Da sollte man schon genauer hinschauen, ob sie selber genauer hinschaut.

 

Werden wir bis zur Wahl eine Antwort erhalten?

 

Wir die oft so scheinheilige CDU an der Wahlurne ihre Antwort der Bürger erhalten?

 

In wenigen Tagen wissen wir es.

 

Als Abschluss-Appell:

Meinetwegen könnt Ihr auch CDU wählen. Fände ich nicht toll, aber immerhin geht ihr wählen. Denn das Wahlrecht ist nur eins der Rechte, das den von mir erwähnten Uiguren oder anderen modernen „nonmonetär kompensierten Kooperationspartnern“ vorenthalten wird. Wir sind es auch ihnen schuldig, was wir da nicht gleichgültig sind.

 

Die Demokratie ist ein Geschenk und wir dürfen uns darüber freuen.

Freuen wie kleine Kinder, die wieder einen Tag überlebten, weil sie nicht von einer CDU-Drohne erschlagen wurden.

 

Bleibt mir gesund!

Euer Attila

Donnerstag, 16. September 2021

3 Wege zur besseren Digitalisierung von Schulen

Unsere Schule im Land der Dichter und Denker ist wie das Land selber: überbürokratisiert und unterdigitalisiert.




Oh Mensch. Ich schicke als Vater eines Zweitklässlers unserer Schuldirektorin immer sooooo viele tolle Vorschläge, was man mit digitalen Tools alles machen kann. Warum nimmt diese nicht alle sofort begierig auf? Da haben Lehrer:innen schon soviel Ferien und nur einen Halbtagsjob und dann das....

Falsch! Wer hier gefällig genickt hat, sollte eigentlich nochmal zurück auf die Schulbank. Empathie 5-. Versetzung gefährdet.

Den Blick fürs Ganze nicht verlieren


Vielmehr weiß ich, dass es nicht am fehlendem Interesse an dem Thema liegt. Es liegt daran, dass man als Direktor:in mindestens 20 Jobs noch höher priorisierte Aufgaben für die 16 Wachstunden am Tag herumjongliert.

Also Jobs als
  • engagierte Lehrerin
  • repräsentierende Direktorin
  • inspirierende Führungskraft
  • pfiffige Marketing-Leiterin
  • umsichtige Hygiene-Expertin
  • betreuende Sozialarbeiterin
  • resolute Kinderschützerin
  • weltgewandte Reiseorganisatorin
  • immer mehr gernervte Bauleiterin
  • gebildete Bibliotheksleiterin
  • unterhaltende Eventmanagerin
  • unterfinanzierte IT-Managerin
  • überbürokratisierte Einkäuferin
  • vorausschauende Bankkauffrau
  • unfreiwillige Amtsschimmelbespaßerin
  • multivernetzendes Gremienmitglied
  • respektiertes Gemeindemitglied
  • rührige Haushaltsmanagerin
  • fürsorgliche Mutter
  • liebende Partnerin
  • geliebte Tochter
  • beliebte Freundin
und noch sicher welche, die ich hier vergessen habe.
Denkt immer dran: Je nach Alter und Bedarf des Kindes kann einen schon alleine der Elternjob voll ausfüllen.

Wenn wir also für die tolle Arbeit von Krankenschwester, Ärzt:innen, Feuerwehrleuten oder Flut-Ersthelfer:innen geklatscht haben, dann dürfen wir es recht für die Erzieher:innen, Lehrer:innen, Pädagog:innen der OGS und eben die Direktor:innen tun.



Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr üben den Ernstfall. Foto: Attila Radnai




Was tun? Mehr Internet?


Was hilft noch mehr als der Seelenbalsam von Applaus?
Was sind die eigentlichen Hemmschuhe für digitale Transformation von Schulen und Unterricht?

Mehr Breitband, mehr digitale Whiteboards, digitale Lerngeräte in Klassenstärke, WLAN überall auf dem Schulgelände?
Ja, ja, ja, ja und ja.

Das sind jedoch am Ende nur Werkzeuge, die nicht im Vordergrund stehen dürfen. Das schreibe ich, obwohl mein Arbeitgeber Plusnet zu den führenden Anbietern im Bereich von professionellen Breitbandanbindungen gehört und von mehr Glasfaser in Schulen profitierte.

Am Ende des Tage gilt immer noch:

A fool with a tool is still a fool

Wie machen wir es besser?


Hier kommen daher 3 Vorschläge, die in meinen Augen viel wichtiger Engpässe aufgreifen:

  1. Eine Stundenzeiterfassung für Beamt:innen mit Zeitausgleich. Man glaubt es nicht, aber sie arbeiten auch in den Ferien sehr viel und haben dann am Ende keinen "normalen" Urlaubsanspruch mehr. Viele schieben einen großen Berg an über 200 Überstunden vor sich her. Wie soll man auf YouTube Videoanleitungen über Hybrid-Unterricht anschauen, wenn man keine Luft dafür hat?
  2. Ein Personalschlüssel, der mit einem realistischen 120% Ansatz wirklich Zeit für Weiterbildung in Fragen digitaler Transformation pädagogischer Arbeit erlaubt und nicht bei faktischen 80-90% schön langsam in den Burnout führt.
  3. Der Einsatz von externen Berater:innen wie z.B. Die Schulgestalter oder Die Schulverbesserer, die um all das oben genannte wissen und mit externem Wissen um erprobte Strategien, Kommunikationspläne und erst am Ende auch digitalen Tools den Eltern, Lehrern:innen, internen Schulberater:innen und Schüler:innen zur Seite stehen.

Was denkst Du? Was würdest Du bei der Top 3 noch ergänzen?`


Donnerstag, 29. Oktober 2020

Hürtgenwald - Wanderung mit Irrwegen

Wie eine einstündiges Wanderung zu einer Tagestour mit Ende im stockdunklen Hürtgenwald wurde.

Im Oktober 2020 hatte es mich in den Hürtgenwald verschlagen. Diese eine Eifel-Region liegt südöstlich von Aachen. Sie ist davon geprägt, dass Ortsfremde deutlich länger als geplant zur Durchquerung brauchen. Das galt sowohl für mich wie auch die Amerikaner im 2. Weltkrieg. 



Dienstag, 9. Juni 2020

Tag der Forts 2020 - Einfälle statt Ausfälle



Am 7.6.2020 fand der 17. Tag der Forts statt. 

„Waaaas wollt Ihr machen?“ war meine erste Reaktion, als ich erstmal im April 2020 hörte, dass Anfang Juni Live-Führungen hinter meterdicken Festungswänden gestreamt werden sollten. Es sollten dazu noch Drohnenaufnahmen von Anlagen gemacht werden, die  unter Denkmalschutz stehen und teilweise in Flugverbotszonen liegen. 

Für sowas stellen SWR oder WDR millionenteure Ü-Wagen-Technik ab und wenden zig Personenjahre für die Produktionsplanung inkl. Genehmigungsmanagement auf. 

Diese Idee war verrückt, vermessen und chancenlos. 
Ich war sofort Feuer und Flamme.





Mittwoch, 15. Januar 2020

Meine Lieblingspodcasts. Sie machen aus mir einen besseren Menschen.

Die Sonne knallt vom Himmel. Ich liege regungslos im Sand. Aufstehen wäre jetzt keine gute Idee. Denn um mich herum tobt eine große Schlacht zwischen Elfen, Zwergen, Hobbits, Trollen, Orks und weiteren Bewohnern Mittelerdes. Ich hoffe, dass ich hier lebendig als Beobachter herauskomme. Dann spüre ich auf einmal, wie eine Flüssigkeit an meinem Arm entlang fließt. Ist es Blut? Meins? Das eines anderen? Nein, es ist kalt. Ziemlich kalt sogar. Mensch, wer ärgert mich da? Ich öffne blinzelnd die Augen und blicke in das schmunzelnden Gesicht meiner Partnerin, die neben mir am Strand von Cala Millor auf Mallorca liegt. Sie fragt, ob wir dem Melonen-Mann etwas abkaufen wollen. Ich ziehe die Kopfhörer ab, halte die Herr der Ringe CD im Discman an und bin wieder in der Realwelt angekommen. 

Ich war schon immer leidenschaftlicher Zuhörer. Sowohl zum Entfliehen in fremde Welten, aber vor allem auch zur Aufnahme neuer Informationen. Bei meinen frühen Walkmans war es mir wichtig, dass diese nicht nur Kassetten aufnahmen, sondern auch ein Radio eingebaut hatten, mit dem ich aktuelle Beiträge hören konnte.