Donnerstag, 18. Oktober 2018

Game of Drones


Ich war am Wochenende im wunderschönen Rheingau im Urlaub und postete davon neue Bilder, die ich mit meiner neuen Drohne DJI Mavic 2 Pro gemacht habe. 
Passend dazu landeten heute zwei Nachrichten in meinem Postfach:


Nachricht 1:
Hi, habe gerade deinen Drohnenpost gelesen. wusste gar nicht, dass du da auch Ahnung von hast 😊. Also, ich suche ne Follow-me Drohne, die Surfer aufnehmen kann. d.h. langer Akku und Tracking per wasserdichtem Armband oder geht das auch mit face/Emotion Tracking?
Hast du da nen Tipp, den du kurz rausgeben kannst?  


Nachricht 2:
Hi! Ich hab gerade Dein Foto von DJI gesehen. Ich würde ja immer mal gerne unsere Schiffe unter Segeln fotografieren, habe aber keine Ahnung oder Erfahrung mit Drohnen...







Ich habe zwar eine Drohne, aber bin damit noch nicht wirklich so ein Experte. Das die Typen aus dem Modellflugbereich, die sich selber aus China-Bausätzen mit Rotoren, Akkus, Funksystemen und Spezialkameras ihre Himmelslflitzer für ein Drohnenrennen mit First-Person-View Brille auf dem Kopf bauen.

Aber das ist ja auch nicht das Thema für den fragenden Surfer. Die "Nobrainer" Empfehlung für seine Frage ist aus meiner Sicht die DJI Mavic Pro (das ist wie folgende Links ein Affiliate-Link zu Amazon, mit dem ich einen Bruchteil der Domainkosten für mein Blog refinanziere). Das ist das Vorgängermodell meiner Mavic 2 Pro. Sie kann aber 95% des neues Modells. Dazu hat sie Gebrauchtpreisen so um 650 € ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis (Stand Mitte Oktober 2018). Ist wie mit den Diesel-Autos. Eigentlich immer noch gute Autos, aber wegen der Schummelei der Hersteller auf einmal brutal im Wert gesunken.

Tatsächlich gibt es Sportdrohnen wie z.B. die Staaker aus Norwegen, die dem Sportler durch einen mitgeführten Transponder erkennen. Sie folgen dann je nach eingestelltem Modus dem Sportler im festen Winkel oder umkreisen ihn in seiner Bewegung.

Anstatt per Armband wird bei DJI das Folgen onboard per Bilderkennung geregelt. Das funktioniert in der Regel schon recht gut. Gerade beim Surfen oder Segeln hast Du mit dem Thema Hinderniserkennung eher weniger Problem als es z.B. Motorradfahrer oder Mountainbiker mit Bäumen haben (Ausnahme: Es sind Kiter in der Gegend. Aber die Drohnieren ja sogar manchmal selber).

Das kann manchmal schon unzuverlässig sein, wenn sich die Wege zweier Objekte nah kreuzen und die Drohne dann dem falschen Surfer/Boot folgt. Genau das ist mir schon bei meinem Tests mit Menschen auf einer Wiese passiert.



Aber der große Vorteil gegen Actiondrohnen, die immer einem Transponder folgen, ist dass Du mit der Fernbedienung auch normal fliegen kannst. Das hat enorme Vorteile beim wichtigsten Punkte für Videos: Das Storytelling. Du willst ja vielleicht nicht nur das Surfen filmen, sondern das ganze Erlebnis teilen:
  • Frühes Aufstehen (Handycam)
  • Packen (Handycam)
  • Losfahren (Drohne)
  • Fahren auf der Straße (Handy)
  • Ankommen (Handy)
  • Umschauen (Drohne mit Strandüberflug)
  • Auspacken von Board, Neopren und Co (Handy)
  • Action auf dem Wasser filmen (Drohne und Handy)
  • Glückliches Gesicht danach (Handy)
  • verdientes Bier/Kaltgetränk danach
  • Heldenabgang in den Sonnenuntergang (Drohne)
  • Credits. Ausblenden. Applaus
  • Like, Abo, Teilen

Günstigere und etwas kleinere Alternativen findest Du bei DJI selber mit der Spark (ab 450€) und Mavic Air (so um 800€). Die sind dann gut, wenn es besonders kompakt sein soll. Ist bei Reisen schon wichtig. Die haben aber nicht ganz so flexible Kamerasysteme wie die Mavic Pro und könnten daher bei schnellen Turns leichter abgehängt werden. Werden sie jedoch von einem Piloten an Land gesteuert (was am Ende trotzdem immer besser ist als so ein autonomer FollowMe-Modus), können diese das ja besser antizipieren als jede KI.



Auch bei der großen Drohne ist nach ca. 30 Minuten wegen leerem Akku Schluss (in der Realität sogar eher nach 25 Minuten, damit genug Puffer drin ist). Der Segler kann das Ding mit Geschick selber aus der Luft fischen. Der Surfer freut sich über die automatische Return-to-home Funktion, bei der die Drohne automatisch an die Startposition zurückfliegt. Dazu muss dann natürlich diese weiterhin frei von Hinternissen und Langfingern sein.

Eine Geheimtipp/Budget-Alternative zur Mavic Pro ist die Yuneec Typhon H. Ein Hexakopter, der selbst bei Ausfall eines seiner 6 Rotoren noch mit den restlichen 5 Rotoren ans Land kommen könnte. Beim Surfen oder Segeln vielleicht nicht ganz unwichtig. Ist halt nur größer und die Userbasis ist deutlich kleiner. Ähnliches gilt auch für die Parrot Anafi (650€). Auch die allermeisten Tutorials auf YouTube sind auf den Marktführer DJI ausgerichtet.

Ich selber habe mich als (Luftbild)Fotograf für die DJI Mavic 2 Pro entschieden (1.450€), weil sie die kompakteste Drohne mit 1 Zoll Sensor in der Kamera ist. So kann ich viel Licht einfangen und auch mal Langzeitbelichtungen am Abend machen. Sie ist meine Hasselblad für arme. 

Meine Mavic 2 Pro im Flug von einer DJI Spark fotografiert


Aber das ist ja beim Sport eher kein Thema. Da könnte die DJI Mavic 2 Zoom (1.250€) spannender sein. Sie erlaubt geilere Filmaufnahmen, weil der echte Zoom das Heranholen des Objekts erlaubt, ohne den Surfer oder die Drohne wegen der Nähe zu gefährden, die eine Kamera ohne Zoom bräuchte. 

Aber diese Preise über 1.000€ sind aber auch schon Hausnummern, wenn man eigentlich nur ab und zu oder gar einmal im Jahr die Dinger braucht. Deshalb mein Tipp mit der Mavic Pro.

Die hat mit OccuSync eine als sehr zuverlässig geltende Übertragungstechnik zur Fernbedienung und gute Flugeigenschaften. Es fehlen ihr ein paar Sensoren des Nachfolgers und das FollowMe-Modul ist auch noch etwas älter, aber das spielt beim Surfen ja kaum eine Rolle. Die Verbesserungen sind eben eher für Landsportler interessant, die ihre Drohne früher mal gegen Bäume gesetzt haben, die im Flugweg der Kamera standen. Da ist es schon besser, wenn ActiveTrack 2.0 auch Bewegungen hinter Hindernissen extrapolieren kann.

Jetzt ist der Tipp nicht ganz kurz geworden, aber so konnte ich zumindest mal rausgeben, was meine Recherchen der letzten 2 Jahre ergeben haben, bevor ich nun wirklich Ende August den "Kaufen" Button geklickt habe.

Es gibt ja auch einige Verleiher, die die Dinger auf Tages- bis Monatsbasis verleihen. Dann kannst Du sie erstmal mit auf eine erste Tour nehmen und schauen, ob es was auf Dauer ist.
Aber Achtung: Es besteht natürlich die Gefahr, dass man dabei erst richtig angefixt wird.

Davor steht aber noch das Studium vieler Flugregeln (z.B. diese hier für Deutschland). Bei Kauf einer eigenen Drohne kommt noch eine Haftpflichtversicherung dazu, die auch Drohnenflüge abdeckt. Meine alte von Cosmos tat das nicht und daher bin ich nach längerem Vergleich jetzt bei den Haftpflichthelden gelandet. Mit 66€ im Jahr (durch Freunde werben Freunde, hier mein "Helden-Code: 3U9L9) für eine vollwertige Privathaftpflicht und sehr faire Drohnenkonditionen war das einfach die beste Option.

Um realistisch zu bleiben/beraten: Die meisten Surfer landen dann ja doch eher bei je einer GoPro Hero (ab 55€) am Brett und Surfer 🏄‍♂️, um noch näher dran zu sein. Und spätestens im Tunnel weiß man auch warum. Habe ja selber eine. Aber mir fehlt halt aktuell der Sport, bei dem sie spannend ist.

Am Ende ist es egal, womit man sein Abenteuer aufnimmt. Hauptsache man hat Freude dabei und bringt diese so rüber, dass sie andere inspiriert.




0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 Blog design by Template Faerie.