Eine Stunde geschwiegen. Viel über meine Freunde erfahren. Und noch mehr über mich.
„Attila, jetzt halt doch einfach endlich mal den Mund.“
Wir saßen beim Sonntagsbrunch. Frische Brötchen, duftender Kaffee, Freunde und deren Freunde. Die Gespräche gingen von einem Thema zum nächsten. Und ich konnte zu fast allem etwas beitragen: eine Erfahrung, eine Anekdote, eine Geschichte über jemanden, den ich kenne.
Ich bin neugierig, interessiere mich für vieles und erzähle gern. Wenn jemand etwas anspricht, entstehen bei mir sofort Verbindungen. Dazu habe ich etwas gelesen. Etwas Ähnliches habe ich erlebt. Darüber könnten wir doch noch sprechen.
Ich dachte, damit bringe ich das Gespräch voran.
Dann fiel dieser Satz. Und die Erklärung hinterher: Es sei anstrengend, mir zuzuhören. Ich würde immer wieder mich in den Mittelpunkt stellen. Auch dann, wenn meine Geschichten von anderen handelten.
Das war nicht das erste Mal, dass ich so etwas hörte. Aber diesmal erschrak ich über mich selbst. Ich merkte, dass an dieser Rückmeldung etwas stimmte.
