Sonntag, 16. August 2026

Futur K III: Köln bekommt eine eigene Zeitform für Projekte, die irgendwann fertig gewesen sein werden

Panoramablick über die Kölner Innenstadt bei Sonnenuntergang mit Kölner Dom und Oper. Darüber steht: „Futur K III – Die neue Kölner Zeitform“. KI-Hinweis: Dieses Bild wurde mit generativer KI erstellt. Als visuelle Referenz diente eigenes Köln-Fotomaterial von Attila Radnai.

Köln – Sprachwissenschaftler der Universität zu Köln haben eine neue deutsche Zeitform vorgestellt. Das sogenannte Futur K III soll immer dann verwendet werden, wenn über Ereignisse gesprochen wird, die in einer unbestimmten Zukunft bereits irgendwann einmal hätten abgeschlossen worden sein können.

Hauptanwendungsgebiet ist zunächst die Kölner Nord-Süd-Stadtbahn.

„Mit den bisherigen grammatikalischen Mitteln sind wir schlicht an Grenzen gestoßen“, erklärt die Linguistin Prof. Dr. Barbara Schock-Wörter vom Institut für angewandte Zukunftsforschung. „Sätze wie ‚Die Nord-Süd-Bahn wird fertig sein‘ suggerieren eine Gewissheit, die wissenschaftlich nicht mehr vertretbar ist.“

Auch das klassische Futur II habe sich als unzureichend erwiesen. Die Formulierung

„Die Bahn wird fertiggestellt worden sein.“

setze schließlich voraus, dass es irgendwann einen Zeitpunkt gebe, von dem aus man auf die Fertigstellung zurückblicken könne.

„Diese Annahme war uns methodisch zu gewagt“, so Schock-Wörter.

Das neue Futur K III funktioniert deshalb anders.

Ein typischer Satz lautet:

„Die Nord-Süd-Bahn wird möglicherweise fertiggestellt gewesen sein werden.“

Für besonders komplexe Kölner Infrastrukturprojekte steht zusätzlich eine erweiterte Form zur Verfügung:

„Die Nord-Süd-Bahn hätte fertiggestellt gewesen sein werden können, sofern zwischenzeitlich keine weiteren archäologischen Funde, Grundwasserprobleme, Planänderungen oder Kalenderjahre auftreten.“

Gleise der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn hinter einem Absperrgitter an der Haltestelle Schönhauser Straße mit Tunneleinfahrt im Hintergrund.