Dienstag, 18. August 2026

Meer Föderalismus wagen: Bundesregierung plant Küste für jedes Bundesland




Zwei neue Meeresarme sollen den Inlandsurlaub klimafreundlicher machen – und Deutschland um eine dringend benötigte Salzwasserkompetenz ergänzen.

Berlin – Die Bundesregierung plant offenbar die größte Neuordnung Deutschlands seit 1949. Unter dem Titel „Meer Föderalismus wagen“ sollen Nord- und Ostsee so weit ins Landesinnere geführt werden, dass künftig jedes der 16 Bundesländer über einen eigenen Strand verfügt.

Begründet wird das Vorhaben mit dem Trend zum Inlandsurlaub. 2024 wurden laut Tagesschau 277 Millionen Reisen gezählt, davon 163 Millionen innerhalb Deutschlands. Weil 58 Prozent weiterhin mit dem Auto stattfanden, will der Bund nicht mehr die Menschen zum Meer, sondern das Meer zu den Menschen bringen. Das spare CO₂, entlaste Autobahnen und garantiere jedem Land seinen „Platz an der Sonne“.

Auch die Schifffahrt soll profitieren. Rhein, Main und Elbe werden mit Meerwasser aufgefüllt, sodass Niedrigwasser künftig nur noch bei Ebbe auftritt. 

Jedes Bundesland erhält außerdem einen eigenen Wal namens Timmy (9), der zugleich als Tourismusbotschafter und maritimes Hoheitszeichen dient.


Aus dem Wasser auftauchender Buckelwal
Wa(hl)beobachtung: Hier vor Costa Rica, bald auch vor Castrop Rauxel



Die Länder bekommen eigene Strandkorbquoten und Fischbrötchenkompetenzen. Bayern darf eine Marine aufstellen, Hessen erhält ein Watt, das nur nach vorheriger Online-Terminvereinbarung betreten werden kann. Das Saarland wird künftig nicht mehr in Fußballfeldern, sondern in Nordseeinseln vermessen.

Alpen mit Mond
Alpengaudi mit Fisch
aus frischem Fang
Auch erste Reaktionen liegen vor. „16 Küsten bedeuten kürzere Wege zwischen Fischstäbchen und Pfanne. Das ist nachhaltig und bleibt knusprig“, erklärte der beliebte Kapitän Iglo auf Kurs nach Kassel.

Markus Söder bezeichnete die neue Bayerische Bucht als „größte, schönste und traditionsreichste Küste Deutschlands“. Schließlich bestünden große Teile der Alpen aus angehobenem ehemaligem Meeresboden. „Bayern war also schon Küstenland, bevor es Deutschland gab. Nun wächst zusammen, was geologisch schon immer zusammengehört hat.“




Begeistert erläuterte Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester das Vorhaben im kommunalen Futur K III: „Das Rheinische Revier bzw. bald Rheinische Riviera sei bestens vorbereitet: „Der Hambacher See, der ab 2030 mit Rheinwasser befüllt werden soll, wird sich als hervorragendes Pilotprojekt für den Anschluss Kölns an die Nordsee erwiesen gehabt haben werden.“

Unterdessen kündigte der Bierkönig, Traditionsbetrieb des inoffiziellen 17. Bundeslandes Mallorca, in einer  Pressemitteilung neue Filialen in sämtlichen deutschen Küstenländern an.

Den Anfang solle Düsseldorf machen. Dort seien zwar eine Rheinpromenade und zahlreiche Brauhäuser vorhanden, aber weder anständiges Bier noch ein residierender Monarch auf der Kö(nigsallee).

Die Fertigstellung ist für 2149 vorgesehen – falls bis dahin der steigende Meeresspiegel die Reform nicht längst an Bundestag, Bundesrat und Planfeststellungsverfahren vorbei umgesetzt habe.


Schöne Perspektive: Meer Förderalismus wagen


Fotos & Copyright: Attila Radnai

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