Montag, 4. November 2019

Karma is a bitch - aber auch ein toller Film

Ich war zur Premiere des halbstündigen Films KARMA der Kölner Produktionsfirma 2BadMen eingeladen. Hier sind meine Eindrücke und Gedanken.
Im cineastischen Ambiente des Weisshaus Kino in Köln-Sülz zeigten die Filmemacher David Wachs und Roy Fochtman woran in den letzten 3 Jahren eine Crew von 60 Personen gearbeitet hat.
Karma 1: Alles, was uns im Leben begegnet, ist letztlich Resultat unseres eigenen geistigen Handelns.
Wer schonmal ernsthaft Videos mit nichtlinearen Editoren wie Premiere oder Finalcut, mehreren Ton- und Effektspuren, Color Grading, etc. erstellt hat, wird sich nicht wundern, dass dafür alleine über 450h am Schnittplatz verbracht wurden. Für 30 Minuten Endprodukt!

Diesen Teil hatte der gebürtige Argentinier Roy Fochtman übernommen. Ich hatte ihn vor einer Weile als Coach bei einem Foto-Workshop kennengelernt. 
Er macht nicht nur Filme, sondern ist auch Fotograf und gibt sein Wissen in diversen Workshops (u.a. VHS) weiter. In unserem Falle durften wir uns fotografisch im Schokoladenmuseum Köln austoben. Dabei brachte er mir das augenöffnende Konzept der kreativen Einschränkungen nahe. Seitdem bin ich viel öfter nur mit einem einzigen Festbrennweiten-Objektiv auf der Kamera unterwegs. 
Meine aktuelle Lieblings-Festbrennweite ist übrigens von Hasselblad, liegt bei 28mm-KB-Äquivalent und hat Propeller dran. Aber ich arbeite auch gerne am Boden mit meiner Lumix GX80 und 35 und 50mm.
Karma 2: Sei gerade zu den Menschen immer freundlich, die unfreundlich zu dir sind. Denn genau diese Menschen sind es, die Freundlichkeit am Nötigsten brauchen.
2BadMen alleine auf der Kinobühne
Roy wohnt heute in Köln-Rodenkirchen. Da lag es nahe, dass sich manche Location des Films im Kölner Süden befindet. Rheinauhafen, Friedenspark, Klettenbergpark und Maternusplatz sind einige Orte der Handlung. Durch meine Ingress-Touren verstärkt fielen mir diese Orte sofort auf. Eine zentrale Rolle spielte auch eine Unterführung, die ich schon lange im Blick hatte, um dort mal Stahlwolle-Lightpainting zu machen. 
Die Orte sind jedoch beliebige und austauschbare Hintergründe. Der Film wird vom starken Drehbuch, den hervorragenden Schauspielern und der wunderschönen Bildsprache getragen. Selbst wer keinen Köln-Bezug hat, ist durch die bewusst eingesetzte Unsteady-Cam ganz nah an der Handlung dran.

Die Filmcrew bekommt ein Gruppenbild und den verdienten Applaus des Premierenpublikums
Was ist denn nun die Handlung? Die sollte ich hier nicht spoilern, denn sowas macht einen Kurzfilm kaputt.
Nur soviel: Es gibt einige intelligente Filme, die uns am Ende eine Wendung präsentieren, die den Anfang in ganz neuem Licht erscheinen lassen. KARMA ist einer von ihnen.
Der klassischen Tragödie folgend kann der Film als ein Lehrstück über Mut, Konsequenzen und die Lektion „Karma is a bitch“ gesehen werden. Eine andere Perspektive könnte Parallelen zu einem bedeutenden Renaissance-Werk von Dante aufzeigen.
Karma 3: Respektiere dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das was du tust.
Aber so tief in der Kiste klassischer Dramaturgie muss man nicht kramen. Das verlangt der Film nämlich auch nicht. Er erhebt keinen Zeigefinger, sondern lässt dem Zuschauer erfreulich viel Raum für eigene Gedanken.

Weisshaus Kino

In der nahen Zukunft ist der Film leider noch öffentlich nicht zu sehen. Er wird zunächst bei einigen Filmfestivals eingereicht. Denn Festivals lieben Premieren. Und Filmförderungen lieben Festivalpreise. Wenn dann die nötigen Prädikate verdient errungen wurden, darf sich dann auch das „richtige“ Publikum auf den Film freuen.
Und das könnt Ihr meiner Meinung nach auf jeden Fall! Falls Euch dann Karma irgendwann begegnet: Schauen!
Alles andere gibt Abzüge auf dem (Instant-)Karmakonto.
Karma 4: Jede letzte Tatsache ist nur die erste einer neuen Reihe.

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