Dienstag, 22. Juli 2014

Samsung NX30 im Test - Teil 8 - Fazit: hochbegabte kleine DSLR-Schwester


Inhaltsverzeichnis des Tests
Teil 1 - Vorschau
Teil 2 - Unboxing und Installation
Teil 3 - Nachtfotografie
Teil 4 - ISO-Test
Teil 5 - Das ist alles nur ge-Cloud
Teil 6 - Lightroom - Beifall für die Beigabe
Teil 7 - Objektiv(e) gesehen
Teil 8 - Fazit: hochbegabte kleine DSLR-Schwester

Fast über einen Monat lang hatte ich die die Samsung NX30 Smart Camera im Test. Das ist mein Fazit in einem Satz:

Die Samsung Smart Camera NX30 ist für mich die hochbegabte kleine Schwester der Spiegelreflexkamera, die hohe Bildqualität sowie kommunikative Kompetenz vereint und dabei noch 3-fach scharf ist (Display, Sensor und Verstand).

Im Folgenden beschreibe ich, was mir besonders gut gefallen hat und wo Samsung noch Nachholbedarf hat. Basis sind die vielen Testbilder, die Bewertung der Kamera-Software und der Zusatzsoftware Lightroom. Da ich bislang keine andere Systemkamera getestet habe, halte ich mich mit Vergleichen zurück und beschreibe einfach meine Eindrücke.

Mehr Foto oder Video?

Eigentlich bin ich ja mehr der "Video-Macher". Aber diese Vorliebe kann ich meist nur im Rahmen von Events oder Reisen ausleben. Einfach nur so Filmen ist irgendwie zu langweilig. In dem Testzeitraum gab es leider keinen großen Anlass zu Filmen. Deshalb habe ich viel mehr als sonst fotografiert. Das hat mir großen Spaß gemacht und auch gezeigt, wie sehr ich diesen schönen Teil des Hobbies aus den Augen verloren hatte. Aber ganz auf Videos konnte ich doch nicht verzichten. Ich habe per eingebautem Intervall-Timer der Kamera ein Zeitraffer-Video gebastelt. Dadurch werden Dinge sichtbar, die ein einzelnes Bild einfach nicht ausdrücken kann (siehe vor allem das Ende des Videos):





Als Vergleich noch das, was die Werbeprofis von Samsung mit der gleichen Kamera hinbekommen haben. Bei mir ist also noch Raum für Entwicklung:




Was mir besonders gut gefallen hat:




  • Bildqualität - im JPEG und erst recht im RAW-Modus
  • Videoqualität ist super. Habe sie nicht viel getestet, aber die gemachten Probeaufnahmen sind farbtreu, lichtstark und scharf.
  • Lightroom-Bundle. Eine der besten Entscheidungen des Samsung-Produktmanagements ist das Bündeln von Adobe Lightroom gewesen. Erst dadurch erhalten die Bilder einen finalen Wow-Effekt.
  • Das brilliante AMOLED-Touchscreen-Display. Wer Samsungs Displays der S-Reihe kennt, weiß wie toll deren Displays sind. Funktionen wie der Touch-Fokus sind darüber echt clever gelöst.
  • Die praktischen Cloudfunktionen erlauben das schnelle Teilen von Bildern.
  • Die NFC-Funktion erlaubt bei entsprechenden Geräten die schnelle Verbindung von Tablet/Smartphone und NX30. Es wird zwar "nur" das WLAN umgeschaltet und die App geladen, aber im Alltag ist das echt praktisch.
  • USB-Ladefunktion setzt die Philosophie des Universalnetzteils für mobile Geräte konsequent um
  • Ich kann meinen 52mm Hoya-Digital Polfilter beim Teleobjektiv weiterverwenden
  • Die Flexibilität und Bequemlichkeit beim Fotografieren dank der zwei schwenkbaren Displays (Sucher und Back-Displays)



HDR-Bild vom Rhein

Was mir nicht so gut gefallen hat:



  • Gelegentliche Softwareabstürze erforderten ein Entfernen der Batterie. Der Firmwarestand 1.30 wird also definitiv nicht der letzte bleiben dürfen.
  • Die Smart Camera Apps sind zwar praktisch, aber lieblos umgesetzt - geradezu unwürdig für das System. Sie sehen nicht besonders toll aus, nerven mit unnötig wiederholten Popups. Denn ich weiß wozu die App da ist - das müsste sich Samsung bei jedem Aufruf der App per Klick bestätigen lassen.
  • Das Gerät speichert im Gegensatz zu anderen Kameras in dem Segment nicht die Seriennummer von Body und/oder Linse in den Exif-Dateien. Damit können die praktischen Tools nicht benutzt werden, die ein Wiederfinden einer möglicherweise gestohlenen Kamera anhand der Bilder ermöglichen würden.
  • Der Touch-Fokus "pumpt" ein wenig beim Scharfstellen. Das ist für Fotos ok, aber im Video stört es. Wer also den Autofokus ausschaltet und die Schärfeverlagerung im Bild als Stilmittel verwenden will, kommt um manuelle Fokussierung nicht umhin. 





Kaufbewertung


Ich würde die Kamera einem Freund beim Kauf empfehlen. Die kleinen Nachteile werden locker durch die Vorteile aufgewogen. Gerade Aufsteiger, die vorher Kompaktkameras hatten, finden hier viele Möglichkeiten, zuerst mit den Smart-Modi bestimmte Stile kennenzulernen und können dann mit der Zeit über die manuellen Modi und Lightroom Schritt für Schritt diese Stile selber produzieren und erreichen damit eine deutlich höhere Qualität als jede Automatik.

Preis/Leistung:
Spannend ist bei der Kamera vor allem die Preisentwicklung. Vor dem Start des Tests wurde ich gefragt, wie teuer die Kamera denn sei. Dort wurden bei Amazon noch über 760 € aufgerufen. Mittlerweile ist der Preis immer wieder gesenkt worden. Stand 21.07.2014 liegt er bei ca. 620 € für das Kit. Wenn das so linear so weiter geht, kann man sie im Weihnachtsgeschäft für 99 € mitnehmen ;-)
OK - vermutlich bleibt der Preis irgendwo stehen. Im Vergleich zum Wettbewerb kann sich der aktuelle Preis schon sehen lassen.


20,3 Megapixel erlauben eine gute Detailvergrößerung
Ausschnitt aus dem obigen Bild

Bewertung der Testausstattung


Jetzt habe ich ja die Kamera von Samsung und Trnd kostenfrei zum Testen da gehabt. Ich hatte neben dem Kit auch das 50-200mm Tele-Objektiv und eine 16 GB SD-Karte dabei. Was hatte in der Test-Ausstattung gefehlt? Erst nach längerem Überlegen fiel mir eine Verbesserungsmöglichkeit ein.

Das 45mm 1,8 Porträt-Objektiv hätte es erlaubt, im Umfeld tolle, bleibende Bilder von Familie, Freunden und Bekannten zu verteilen, die als "Geschenke" weitere Mund- und Bildpropaganda für die Kamera gemacht hätten.

Natürlich muss man dieses Objektiv ja nicht allen zuschicken. Aber man hätte statt des Teleobjektivs mehrere Wunschobjektive bei der Bewerbung zur Wahl stellen können, um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.


HDR-Drama am Morgen

Wie fand ich das Testprojekt?


Das Projekt hat nicht nur wegen seines Themas Foto und Video Spaß gemacht, sondern ich habe auch super viel von den anderen Trndlern gelernt. Die hier von vielen Community-Mitgliedern ausgetauschten Erfahrungen gingen weit über den konkreten Bereich der Kameras hinaus.

Ich habe richtig Lust bekommen, diese zeitgenössische Form der bildenden Kunst weiter zu vertiefen - und die NX30 in Verbindung mit Adobe Lightroom ist hierfür ein großartiges Werkzeug.

Dieses Trnd-Projekt hat mich für allen Frust bei vorherigen Tests, bei denen ich trotz viel Hoffnung nicht in die Gruppe der Online-Reporter gekommen bin, entschädigt. Auch wenn mir das Herz blutet, das gute Stück wieder in die Kiste auf den Heimweg zu geben, werden am Ende die tollen Bilder und die gewonnene Erfahrung mit diesem tollen Stück Technik bleiben. Und wer weiß ... vielleicht landet die Samsung NX30 da doch bald in meinem Online-Warenkorb (Verhandlungen mit dem Haushaltsausschuss laufen bereits ;-).

Insgesamt wird aber das Ziel vom Samsung Produktmarketing gut aufgegangen sein. Es wurden von 200 Testern mit den NX Smart Cameras tausende von Beispielbildern gemacht und zig Blogposts produziert. So steigert man effektiv die Präsenz im Netz und hat so überhaupt eine Chance, in den von Japanern dominierten Markt einzusteigen. Denn es nutzt eben nichts, nur ein gutes Produkt zu haben. Das wusste schon der gute Henry Ford:
Wenn Sie einen Dollar in ihr Unternehmen stecken wollen, müssen Sie einen weiteren bereithalten, um es bekannt zu machen.

Den Abschluss dieses Posts bildet ein wunderschönes Bild, das nicht von mir stammt, sondern vom Österreicher Fotografen Robert Hoe. Es zeigt, was mit der Samsung NX30, der richtigen Location und dem richtigen Timing so möglich ist:


NX30-Bild von Robert Hoe ( G+-Post / www.rohoe.com

Update 1 (28.7.2014):


seufz. Seufz. SEUFZ.
Das waren die Töne, die ich gerade beim Einpacken der Samsung NX30 Smart Camera von mir gab. Denn nach 30 Tagen Test geht sie nun wieder an Samsung zurück.

Während bei anderen technischen Geräten am Anfang eine große “Toll, dass es da ist”-Euphorie herrscht (z.B. Carrera-Bahn), die aber schon in 1-2 Wochen deutlich abflacht, hat der Umgang mit der NX30 von Tag zu Tag mehr Spaß gemacht.

Warum eigentlich? Wenn man die Vergleiche anderer Tester mit ihren guten Spiegelreflex-Kameras inkl. hochwertiger Objektive liest, weiß man, dass die NX30 zwar gut ist, aber längst nicht in allen Fächern die Klassenbeste. In Disziplinen wie Kompaktheit, Akkulaufzeit, RAW-Kompatibilität, Objektiv-Auswahl, App-Qualität hat sie immer DLSRs oder DSLMs, die überholen.

Was ist also ihre Besonderheit?
Es ist die Tatsache, dass sie ein so verdammt starker Allrounder ist. Sie einfach in sehr vielen Bereichen gut bis sehr gut. So muss man sich nicht entscheiden, was einem wichtiger ist. Größe oder Bildqualität. Foto oder Video. WiFi oder Klappdisplay. Sie vereint das alles in hoher Qualität.

Dass sie nicht im Mittelmaß untergeht, hat Samsung an einem ganz wichtigen Punkt verhindert. Bei den beiden Displays. Sowohl das klappbare 3″ AMOLED-Display auf der Rückseite wie auch das im schwenkbaren Suchen. Also genau den Schnittstellen, die dem Fotografen den unmittelbaren Ersteindruck von dem zu machenden Bild vermitteln können. Dort hat sich Samsung durch Übernahme der Spitzentechnologie aus den Galaxy Smartphones bei der NX30 ganz nach oben hin abgesetzt.

Mein Projektfazit Nr. 2:
Ich bin jetzt DSLM angefixt. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann ich bei meinem Haushaltsausschuss den Wunsch nach der Anschaffung einer NX30 (oder Olympus OM-D E-M10 oder Panasonic Lumix GX7 ) einreichen werde.







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