Dienstag, 8. Juli 2014

Samsung NX30 im Test - Teil 5 - Das ist alles nur ge-Cloud - eine Kamera geht in Netz


Inhaltsverzeichnis des Tests
Teil 1 - Vorschau
Teil 2 - Unboxing und Installation
Teil 3 - Nachtfotografie
Teil 4 - ISO-Test
Teil 5 - Das ist alles nur ge-Cloud
Teil 6 - Lightroom - Beifall für die Beigabe
Teil 7 - Objektiv(e) gesehen
Teil 8 - Fazit: hochbegabte kleine DSLR-Schwester

In diesem Teil vom Test der ausgepackten (Unboxing-Post) und ausprobierten (Testbilder) Samsung NX30 Systemkamera geht es um die Beschreibung ihrer WiFi-Funktionen. Viele sind praktisch. Eine macht dem Datenschützer in mir richtig Angst - die Kamera scheint Datenverbindungen über ein Rechenzentrum in Irland umzuleiten (siehe Abschnitt Facebook).

Mit dem Modus-Wahlrad auf der Oberseite der Kamera kann man zum "Wi-Fi"-Modus schalten.

In diesem gibt es diese Funktionen:

  • MobileLink
  • Remote Viewfinder
  • Gruppe freigeben
  • Baby Monitor
  • Auto-Backup
  • E-Mail
  • Soziale Netzwerke und Cloud
  • Samsung Link


Update 1: Wer statt viel Text zu lesen, lieber etwas schaut, findet bei Testopus dieses schöne Vorstellungsvideo der Funktionen:


Weiter im Originalpost.

MobileLink

In Verbindung mit der Samsung Smart Camera App kann man in diesem Modus Bilder von der Kamera auf der Smartphone (oder Tablet, das wiederhole ich aber nicht mehr) laden - und theoretisch auch umgekehrt. Die Funktion habe ich einmal genutzt, um ein schönes Bild von unterwegs sicher per Threema-Messenger verschicken zu können. Die Übertragung ist jedoch recht langsam und die Gallerie-Ansicht nicht besonders schick.


Remote Viewfinder

Das ist mal eine richtig praktische Funktion. Die Kamera zeigt das Sucherbild auf dem Smartphone an und man kann mit ihr den Auslöser betätigen. Die App überträgt den Touchfokus zur Kamera. Weiterhin lassen sich die Aufnahmemodi (Auto, PASM) einstellen. Das geht über die Funktion eines reinen Fernauslösers hinaus und zeigt, was der Unterschied zur "normalen" Kameras ist.

Allerdings gebe ich zu, dass der Bedarf für so eine Remote-Steuerung doch eher eine Nische ist. Aber sowohl in der Nachtfotografie wie auch bei Nutzung der Kamera als Zweitgerät bei einer Hochzeit, kann diese Funktion echt praktisch sein.

Gruppe freigeben

In diesem Modus kann die NX30 die frisch aufgenommenen Bilder auf bis zu 4 Geräte pushen. Leider tauchen sie immer erst in einer Gallerie-Ansicht auf und lassen sich erst in der nativen Foto-App vernünftig anzeigen. Ich fände es es schöner, wenn sie automatisch im Vollbild dargestellt werden könnten. Dann könnten sie bei einem Fotoshooting gleich als Second Screen für Model und Entourage genutzt werden.

Baby Monitor (Samsung Home Monitor)



Über die schlechte Lokalisierung (Sprachanpassung) der Software hatte ich schon im Beitrag über die Installation geschrieben.

Im konkreten Einsatz fiel mir noch eine Verzögerung von 5-6 Sekunden auf. Das kam mir von der GoPro-App bekannt vor. Bei diesem Zweck ist das auch nicht schlimm. Nett ist noch, dass man aus der Ferne das grüne Autofokus-Hilfslicht aktivieren kann, um ggf. damit den Raum zu erhellen. Dennoch ist sie hier der Funktion einer echten Netcam wie der von mir getesten Foscam deutlich unterlegen.








Auto-Backup

Mit dieser Funktion können automatisch Bilder auf dem PC gesichert werden. Habe ich noch nicht ausprobiert. Für andere ein Killerfeature. Ich wähle lieber gezielt aus, was wo auf meinem PC landet.

E-Mail

Hier können die Bilder als E-Mails verschickt werden. Die Kamera kann sich in ein vorhandenes WLAN einloggen (AccessPoint oder Smartphone mit Tethering, vermutlich nicht Hotspot mit Anmeldung) und bringt einen fest eingestellten Mailserver von Samsung mit. Damit entfällt zwar die Einrichtung, aber man weiß nicht, wer die Bilder mitschaut. Das Bild wird beim Versand verkleinert. Ein Bild mit voller 20,3 MP Auflösung kommt mit ca. 300 kB Größe an. Das ist ok.

Soziale Netzwerke und Cloud

Bei der Anbindung an Cloud-Services werden derzeit Facebook, Picasa (eigentlich Google+), YouTube, Dropbox und Flickr angeboten.

Habe die Anbindungen mal kurz angetestet. Im allgemeinen Setup kann man noch auswählen, ob die Fotos in Originalauflösung oder in Verkleinerung auf 2 Megapixel (lange Kante 1080 Pixel) verschickt werden sollen. Für social media reicht die Auflösung meist aus. Wichtig für das Teilen ist, dass hier die Bilder auf jeden Fall im JPEG-Format vorliegen müssen. RAW-Bilder werden nicht verschickt.






Facebook

Anmeldung klappt trotz 2-Faktor-Authentifizierung. Facebook fragt bei der Anmeldung nach, ob die Anmeldung eines unbekannten Geräts in Ordnung sei und schickt bei Bestätigung eine Mail.

Mich machte aber stutzig, dass Google gleich die abfragende IP geolokalisiert hat. Sie kommt offenbar von einem Rechenzentrum in Irland. Das ist definitiv nicht meine, da meine IP ziemlich genau in Köln verortet wurde

Was bedeutet das dann aber? Die NX30 leitet die Anfragen offenbar über einen Proxyserver weiter. Vermutlich wurde das so gemacht, um im Falle von API-Änderungen der Cloud-Anbieter den Code zentral anpassen zu können. Damit kann der Betreiber dieses Servers aber vermutlich auch die Passwörter und Inhalte sehen. Jeder Nutzer muss selber wissen, ob er/sie das gut findet.


Beim Posten der Bilder kann man noch einen kleinen Kommentar ergänzen. Die Zielgruppe lässt sich aber nicht auswählen. Es werden die Standardeinstellungen genutzt. Immerhin kann man im Setup der Funktion auswählen, in welchem Album die Bilder landen sollen. Wer als allerallererster von einem Event Bilder posten möchte, die besser als die üblichen Smartphone-Bilder sind, kann diese Funktion sicher gut nutzen.


Die Tastatur ist eine englische QWERTY-Tastatur und keine QWERTZ-Tastatur.
Habe die Stelle zum Umschalten noch nicht gefunden.


Picasa (Google+)


Bei aktivierter 2-Faktor-Authentifizierung (siehe Blogpost zur Online-Sicherheit) muss man hier ein App-spezifisches Passwort generieren, welches man dann eingeben kann. Beim Upload wird einfach in den Ordner "Samsung Smart Camera" hochgeladen. Die Social Media Funktionen von Google+ lassen sich hier nicht nutzen. Immerhin ist es für alle praktisch, die wie ich hier die Blog-Plattform "Blogger" nutzen. Hier kann man nämlich ganz einfach auf das Picasa-Webalbum zugreifen und die Bilder in das Blog übernehmen.



YouTube


Diese Funktion ist im Vergleich zu Smartphones ein Witz. Man kann nicht jedes beliebige Video hochladen, sondern nur Videos in der kleinsten Auflösung von 320x240 Pixeln und maximal 30 Sekunden. Die Kamera erlaubt im Gegensatz zu Facebook keine Eingabe eines Titels für das Video. Es wird einfach der wenig aussagekräftige Dateiname wie SAM_0815.MP4 genommen. Hier ist also Nachbearbeitung im YouTube-Videomanager nötig.



Bonusversion mit Ablenkung im Hintergrund:


DropBox


Die Funktion an sich ist eher unauffällig. Lobend zu erwähnen ist, dass man im Setup einstellen kann, dass die Bilder im Gegensatz zu den anderen social media Plattformen hier in voller Auflösung hochgeladen werden können.




Flickr

Auch hier ist der Upload eher einfach gestrickt. Es ist ebenfalls kein Titel einzugeben. Wie bei YouTube wird der Dateiname genommen und noch der Hinweis ergänzt, dass das Bild "von Samsung-Kamera gesendet" wurde. Hier ein Bild-Beispiel in meinem Photostream.


Samsung Link

Über diese Funktion lassen sich Bilder und Videos per SamungLink oder DLNA freigeben.
Theoretisch geht das. Aber der Aufruf eines 20,3 MP-Bildes dauerte über meine Playstation 3 über 10 Sekunden und Videos ruckelten vor sich hin. Der Mediaplayer im meinem Samsung Fernseher LE46B750 war erst recht überfordert.


Geschwindigkeit versus Qualität


Der Direktupload mag zwar praktisch sein, aber man sollte bedenken, dass in der Kamera nur das halbe Bild gemacht wird. Dank der mitgelieferten Software Lightroom lässt sich jedoch Bild nachträglich noch einmal deutlich aufpolieren.

Foto aus der Kamera

Nach der Anpassung in Lightroom


Mein Fazit des Wi-Fi-Tests

Die WiFi-Funktionen der Kamera habe ich bislang noch bei keiner anderen in diesem Umfang gesehen. Allerdings merkt man auch dieser Kamera an, dass man hier noch am Anfang steht und sich selber noch nicht sicher ist, ob man auf dem richtigen Weg ist. Die Apps für Apple iOS und Google Android sind nur mäßig umgesetzt und die Online-Funktionen nur rudimentär. Richtig Sorge kann einem machen, dass die Samsung Kamera den Zugriff auf Facebook nicht direkt vornimmt, sondern vorher auf eigene Server umleitet. Somit gibt es ein weiteres Einfallstor für Identitätsdiebstahl im Netz. Hier sollte Samsung dringend was für die Vertrauensbildung tun.

Weiter geht es hier:

Teil 6 - Lightroom - Beifall für die Beigabe


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