Samstag, 16. Juni 2012

Qualität der Initiative Netzqualität (4)

Besseres Glaskugel lesen dank Glasfasern

  1. Wenn ich ein Brot bestelle, will ich kein Brötchen haben 
  2. Wer glaubt, dass der BNetzA-Testclient die reine Netzqualität misst, glaubt auch dass Fallschirmjäger Fallschirme jagen
  3. Die unermesslichen Weiten der divenhaften TAL
  4. Besseres Glaskugel lesen dank Glasfasern

Wir brauchen einen Standard für einen "DSL-Drittelmix"


Der Wagen steht dem Autor gut, oder?
Als Verbraucher wünscht man sich vergleichbare Angaben, die möglichst so einfach sind wie die Preistafel vor jeder Tankstelle. Warum zieren sich die Provider so?

Für das Beispiel bleibe ich in der Welt von Tankstellen und Autos. Ein Autohersteller kann auch nur sagen, wie schnell sein Auto maximal fahren kann. Aber wenn Du in einer 30er-Zone mit verkehrsberuhigenden Bodenwellen wohnst, wirst Du diese Geschwindigkeit mit Deinem tiefergelegten Sportflitzer eben nicht erreichen können.




Zur "Normgeschwindigkeit" muss es eben noch Abstimmungen in der Branche geben. Sonst entwickelt jeder Anbieter seinen eigenen Infostandard und das kann nicht im Sinne des Gesetzgebers und Verbrauchers sein. In der Automobilbranche gibt es ja auch für die Angabe zum Verbrauch klare Vorgaben, die verhindern sollen, dass jeder Anbieter seine Daten individuell schönrechnet:
"Der neue Bugatti Veyron 16.4 Vitesse verbraucht nur 1 Liter! (* auf 4,3 km)").

DSL ist eine Brückentechnologie ohne Endlagerproblem

Gibt es denn keine Lösung für das Dilemma?
Auf Basis der Kupferdoppeladern vermutlich nicht. Das Übertragungsverfahren DSL basiert nämlich mit der Kupferleitung auf dem gleichen physikalischen Übertragungsmedium zur Informationsübermittlung wie der erste Telegraf, der 1809 von Samuel Thomas von Soemmerring in München konstruiert wurde. Heutige Kabel sind zwar besser geschirmt, aber es gibt immer noch Grenzen in der Qualität. Immerhin gilt es, das Signal über mehrere Kilometer sicher zu übertragen.



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Dieses nun über 200 Jahre alte Übertragungsmedium wird langsam auch bei QSC langsam durch den Next Generation Access (NGA) abgelöst. Moderne Breitbandtechnologien schwenken um von der guten, alten Kupferleitung auf die Glasfaser. Entweder bis zur Straße (FTTC - Fiber To The Curb), bis ins Haus (FFT-Building) oder bis in die Wohnung (FTT-Home). Selbst scheinbar konkurrierende Netze wie die DOCSIS3-Kabelnetze oder die LTE-Mobilfunknetze basieren auf dem größten Teil ihrer Übertragungswege auf Glasfaser. Die Informationsübertragung über größere Entfernungen ist per Licht ist viel weniger störanfällig als über Strom.

Dann erst wird das Thema Netzqualität spannend. Denn während es aus oben beschriebenen Gründen nicht angemessen ist, die Anbieter von DSL-Anschlüssen etwas garantieren zu lassen, was sie gar nicht selber kontrollieren können, sieht das dann bei den NGA-Zugängen anders aus. Wer hier viel weniger liefert als vom Kunden erwartet, der dürfte das aus voller Absicht machen. So bremst Kabel Deutschland zum Beispiel zu datenhungrige Filesharer von 100 MBit/s auf 100 kbit/s aus. Neue Technik - neue Themen. Es bleibt spannend in der Telekommunikation, nicht wahr?


Fazit: Wer falsch misst misst Mist - aber die Idee ist gut

Die Idee der Messung von Netzqualität finde ich wichtig und gut ("Miss es oder vergiss es"). Nur an der Ausführung müssen BNetzA und AVM noch arbeiten. Am besten ganz schnell solange die Aufmerksamkeit für das Thema noch groß ist. Sonst machen viele Anwender den Test und dieser Teil der Studie hat in Sachen Netzqualität kaum wissenschaftlichen Wert.

Jedes "Testprogramm" hat prinzipbedingte Schwächen und Experten werden immer daran was zu kritisieren haben. Entscheidend ist nicht der Labormesswert oder von fragwürdigen Flash-Progrämmchen, sondern wie gut die Leitung im Alltag läuft. Reicht die Leistung dem Anwender ausreicht aus und bietet der Anbieter hierfür einen fairen Preis sowie kundenorientierten Service?

Bislang habe ich selten dagesessen und gedacht: Oh Mann, ist mein DSL-Zugang langsam. Das Surfen geht schön schnell. Ich kann hervorragende Filme wie Home von Yann-Arthus Betrand via YouTube problemlos in HD streamen.

Meine Grenzen merke ich derzeit nur, wenn ich mal eigene Videos ins Netz stelle. Da dauert der Upload von so einem einminütigen Film schonmal 6-8 Minuten:


Aber das passiert derzeit nicht so oft, dass ich dafür pro Jahr die 100-300 Euro Mehrkosten für einen schnelleren Anschluss per Kabel oder Glasfaser tragen wollte. Dazu müsste ich dann noch ich gefühlt jede 2. Woche ihre Upselling-Post für HD-Programme und Pay-TV entsorgen. Aber natürlich ist es keine Frage, dass ich irgendwann aufrüsten werde, wenn ich dem Dolby-Sirenengesang von Apple TV oder Nexus Q nicht mehr widerstehen kann.

Es bleibt aber eben bei der realistischen Feststellung, dass selbst meine aktuelle DSL-Leitung in 2012 selbst für einen Intensivuser wie mich ausreicht. Internet-Telefonie, IP-Camera-Streaming und Surfen - alles geht über die 10 MBit/s Leitung.

An dieser aktuellen Zufriedenheit ändert auch kein Qualitätstest-Test, der aufgrund seiner Implementierung aus einer 100 MBit/s Verbindung mal eben 50 MBit/s macht, nur weil man mit dem Internet Explorer 8 von Microsoft surft.

Und vergesst nicht - man oder vor allem frau kann im Internet auch bei Schmalband-Verbindungen ganz viel Spaß haben:


Quelle: http://www.ruthe.de/index.php?pic=1843

  1. Wenn ich ein Brot bestelle, will ich kein Brötchen haben 
  2. Wer glaubt, dass der BNetzA-Testclient die reine Netzqualität misst, glaubt auch dass Fallschirmjäger Fallschirme jagen
  3. Die unermesslichen Weiten der divenhaften TAL
  4. Besseres Glaskugel lesen dank Glasfasern
Danke an J.W. und M.L. ihre Hinweise.

3 Kommentare:

Joscha hat gesagt…

Nett geschrieben und auch für Laien verständlich.
Aber du solltest deine Posts noch einmal korrektur lesen, mir sind da ein paar üble Rechtschreib- und Copy/Paste Fehler ins Auge gefallen ;).

Attila Radnai hat gesagt…

Gehirnmaternde Copy/Paste-Fehler und durch mehrfache Satzumstellungen erzeugte Grammatikunfälle? Klingt ganz nach einem Text von mir. Danke für den Hinweis. Werde den Text nochmal nach den übelsten Fehlern absuchen.

Alex hat gesagt…

Guter Artikel, sehr verständlich geschrieben. Der Artikel sollte Pflichtlektüre für alle DSL-Nutzer sein, die Fragen zur Bandbreite haben oder sich darüber ärgern.

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